Ältere, lächelnde Dame im Rollstuhl mit Krankenschwester

Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege

Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen bleibt im Fokus

Auch wenn die Temperaturen aktuell sinken: Nachhaltiger Hitzeschutz beginnt lange vor der nächsten Hitzewelle. Die Betreuungs- und Pflegeaufsicht setzt in erster Linie auf Beratung und langfristige Vorsorge.

Die Hessische Betreuungs- und Pflegeaufsicht beschäftigt sich bereits seit 2003 intensiv mit dem Thema Hitzeschutz in Einrichtungen der stationären Langzeitpflege und in besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe. Auch in diesem Sommer war der Schutz vor den sehr hohen Temperaturen ein wichtiger Bestandteil der vorrangigen Beratungstätigkeit. Die Hessische Betreuungs- und Pflegeaufsicht besteht aus den sechs regionalen Ämtern für Versorgung und Soziales Darmstadt, Frankfurt am Main, Fulda, Gießen, Kassel und Wiesbaden sowie der Oberen Betreuungs- und Pflegeaufsicht im Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege, welche die Aufsicht landesweit koordiniert.

2026 bislang 362 hitzebedingte Beratungen

Allein in den Monaten Juni, Juli und August 2026 wurden insgesamt 362 hitzebedingte Beratungen und Prüfungen vor Ort in den Einrichtungen durchgeführt. Auslöser waren die durch den Deutschen Wetterdienst herausgegebenen Warnungen vor extremer Hitze in dieser Zeit. Zugleich kam es auch zu Beschwerden über mangelhafte Hitzeprävention, die zu unverzüglichen Prüfungen vor Ort in den betroffenen Einrichtungen geführt haben.  

Neben Prüfungen mit dem Schwerpunkt Hitzeschutz hat die Betreuungs- und Pflegeaufsicht den präventiven Beratungsansatz in den vergangenen Jahren sukzessive weiter ausgebaut. Ziel ist es, Einrichtungen nicht nur auf bestehende Risiken hinzuweisen, sondern sie dabei zu unterstützen, sich frühzeitig und nachhaltig auf Hitzeperioden vorzubereiten.

Hitzeschutz-Leitfaden liegt in aktualisierter Fassung vor

Ein wesentlicher Bestandteil dieses gestärkten Beratungsansatzes ist der im Frühjahr dieses Jahres überarbeitete Hitzeschutz-Leitfaden der Oberen Betreuungs- und Pflegeaufsicht. Er soll die Beratungs- bzw. Prüftätigkeit und die Prüfungsschwerpunkte der Betreuungs- und Pflegeaufsicht transparenter machen und zugleich konkrete Orientierung für die Einrichtungen und deren Mitarbeitende geben. Die überarbeitete Fassung legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf mittel- und langfristige Maßnahmen.

„Auch wenn die Temperaturen aktuell sinken, endet damit der Hitzeschutz nicht. Eine gute Vorbereitung braucht Zeit. Einrichtungen, die sich bereits außerhalb akuter Hitzeperioden mit ihren baulichen, organisatorischen und pflegerischen Maßnahmen auseinandersetzen, können besser auf zukünftige Hitzebelastungen reagieren und ihre Krisenresilienz im Sinne des Bewohnerschutzes stärken“, sagte Regine Bresler, Präsidentin des Hessischen Landesamtes für Gesundheit und Pflege.

Förderprogramm der hessischen Landesregierung

Hitzeschutz ist dabei keineswegs ein punktueller Auftrag, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Neben kurzfristigen Maßnahmen während einer Hitzeperiode kommt es vor allem darauf an, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Strukturen zu schaffen. Dazu gehören beispielsweise die Überprüfung von Räumlichkeiten und Verschattungsmöglichkeiten, die Anpassung organisatorischer Abläufe und die Benennung von Verantwortlichkeiten sowie klare Regelungen zum Umgang mit besonders hitzegefährdeten Bewohnerinnen und Bewohnern.

Geprägt ist die Tätigkeit der Betreuungs- und Pflegeaufsicht zunehmend von Beratung und Information. Der Hitzeschutz-Leitfaden bietet hierfür eine wichtige Grundlage und soll die Einrichtungen dabei unterstützen, den Hitzeschutz nicht erst bei der nächsten Hitzewelle in den Blick zu nehmen, sondern dauerhaft in ihre Planungen und Abläufe zu integrieren.

Insgesamt hat die Hessische Landesregierung den Schutz besonders gefährdeter Menschen vor Hitze im Blick. Mit dem neuen Förderprogramm „Hitzehilfe für Hessen“ stellt das Umweltministerium in den kommenden drei Jahren rund zehn Millionen Euro für die Anschaffung mobiler und teilstationärer Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten bereit.

Mehr Infos unter:

https://hlfgp.hessen.de/hessische-betreuungs-und-pflegeaufsicht

https://landwirtschaft.hessen.de/presse/hitzehilfe-fuer-hessenÖffnet sich in einem neuen Fenster

 

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