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Gesundheitsdaten

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Ein Aufgabenschwerpunkt des Hessischen Landesamtes für Gesundheit und Pflege (HLfGP) am Standort Dillenburg ist die Beobachtung und Bewertung der gesundheitlichen Situation in Hessen.

Das HLfGP betreut zu diesem Zweck mehrere Datenbanken (Krebsregister, meldepflichtige Infektionskrankheiten, Schuleingangsuntersuchungen, Einsatzdaten des Rettungsdienstes, Mortalitätssurveillance u.a.). Unter den Datenlieferanten sind Institutionen der Gesundheitsversorgung, die hessischen Gesundheitsämter und die amtliche Statistik.

Die Analyse von Gesundheitsdaten dient verschiedenen Zwecken:

  • Darstellung der gesundheitlichen Situation
  • Identifikation gesundheitlicher Problembereiche
  • Zeitnahe Erkennung gesundheitlicher Gefahrenlagen
  • Qualitätssicherung von Gesundheitsleistungen

Auswertungen der Daten finden Interesse in der Politik, dem öffentlichen Gesundheitsdienst, der Gesundheitsversorgung, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Weiterhin leitet das HLfGP verschiedene Daten für bundesweite Statistiken an das Robert Koch-Institut in Berlin weiter.

Die Speicherung und Analyse von Gesundheitsdaten unterliegt datenschutzrechtlichen Vorgaben. Durch Anonymisierung oder Verschlüsselung wird sichergestellt, dass Daten bei Auswertung oder Veröffentlichung nicht mehr einzelnen Personen zugeordnet werden können.

Themen

Unter Surveillance wird hier die kontinuierliche Erfassung und Analyse von gesundheits-relevanten Daten der Bevölkerung zusammengefasst. Das HLfGP betreut zur Zeit drei Surveillance-Systeme:

Erfassung meldepflichtiger Erkrankungen und von gramnegativen Erregern mit erworbener Carbapenem-Nichtempfindlichkeit (Meldewesen)

Das HLfGP ist zuständige Landesstelle nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) für die infektionsepidemiologische Überwachung der nach §§6 u 7 IfSG meldepflichtigen Infektionskrankheiten und somit für die organisatorisch-epidemiologische Koordinierung des Meldewesens auf Landesebene. Es erfolgt eine fortlaufende Zusammenfassung der Meldedaten der hessischen Gesundheitsämter, ihre Qualitätssicherung und Auswertung. Informationen zu aktuellen Meldungen werden anhand des Epi-Kuriers wöchentlich dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und weiteren Interessierten zur Verfügung gestellt (siehe Downloads).

In Hessen wurde mit Verordnung vom 29. November 2011 eine Meldepflicht für den Nachweis gramnegativer Erreger mit erworbener Carbapenem-Resistenz eingeführt. Seit 1. Mai 2016 gibt es stattdessen eine bundesweite Meldepflicht für Acinetobacter und Enterobacteriaceae mit Carbapenem-Nichtempfindlichkeit. Für diese gelten die Falldefinitionen des Robert Koch-Institutes.

Beschleunigte Erfassung von Sterbefällen

Todesfälle von Bewohnern Hessens werden von den Standesämtern wöchentlich an das Statistische Landesamt Hessen übermittelt und von dort nach Löschung datenschutzrechtlich bedenklicher Information an das HLfGP übermittelt. Die Daten werden wöchentlich ausgewertet, wobei Auffälligkeiten mit den Gesundheitsämtern abgeklärt werden. Neben dem Aufspüren von ungewöhnlichen Häufungen von Todesfällen soll die Übersterblichkeit, z.B. in Zusammenhang mit Influenza-Epidemien, einer Pandemie oder Hitzewellen abgeschätzt werden und Risiken in Zusammenhang mit solchen Ereignissen abgeklärt werden.

Verdachtsfälle von über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden Schädigungen

Meldungen von Verdachtsfällen einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden Schädigung werden in Hessen neben dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auch dem HLfGP gemeldet. Die Daten werden mit dem PEI abgeglichen und auf ungewöhnliche Häufungen untersucht.

Die Gesundheitsberichterstattung des Landes Hessen dient der Beschreibung und Analyse der gesundheitlichen Situation der Hessischen Bevölkerung. Neben direkt gesundheitsbezogenen Daten werden im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung auch demographische, versorgungsbezogene und sozialstrukturelle Daten erfasst.

Gesundheitsberichterstattung findet auf verschiedenen Ebenen statt (lokal, regional, Land, Bund, Europäische Union, Weltweit). Die einzelnen Stufen sind teilweise durch identische Erhebungsstandards verbunden und erlauben so Datenvergleiche.

Die Gesundheitsberichterstattung am Standort Dillenburg des HLfGP konzentriert sich aktuell auf die Kinder- und Jugendgesundheit und die Erfassung von Infektionskrankheiten. Neben der Erstellung von Berichten und Analysen steht hierbei die Beantwortung politischer oder wissenschaftlicher Anfragen im Vordergrund.

Darüber hinaus stehen für die Gesundheitsberichterstattung relevante Daten und Berichte aus einer Vielzahl weiterer Quellen zur Verfügung. Exemplarisch genannt seien hier der Suchtbericht des Hessischen Sozialministeriums, die Berichte der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen und die Auswertungen der hessischen Studie „Health Behaviour in School Aged Children“ (HBSC).

Die hessische Einschulungsuntersuchung ist eine verpflichtende Untersuchung, die einige Monate vor der Einschulung durch Ärztinnen und Ärzte der Gesundheitsämter an der zukünftigen Schule des Kindes durchgeführt wird. Im Rahmen der Einschulungsuntersuchung wird durch die Erfassung der Krankheitsvorgeschichte, durch die Untersuchung des Kindes und anhand verschiedener Testverfahren eine Aussage zur Schuleignung aus medizinischer Sicht getroffen.

Anhand eines Dokumentationsbogens wird die gesundheitliche Situation des Kindes, der Impfstatus, die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und auch die Durchführung spezifischer Beratungsmaßnahmen und die resultierende ärztliche Schulempfehlung festgehalten. Die Dokumentationsbögen werden im Gesundheitsamt gesammelt und anonymisiert im Statistischen Landesamt zu einem Landesdatensatz zusammengeführt. Von dort werden sie für die weitere Auswertung an das HLfGP geleitet.

Die Einschulungsuntersuchung ist momentan die einzige umfassende und repräsentative Datenquelle zur Gesundheit jüngerer Kinder in Hessen. Das HLfGP erstellt Auswertungen der vorliegenden Daten für verschiedene Zwecke:

  • Beantwortung von Anfragen aus der Politik, der Wissenschaft, den Medien und dem öffentlichen Gesundheitsdienst
  • Beobachtung der gesundheitlichen Entwicklung hessischer Kinder im Zeitverlauf
  • Auswertungen der Daten für die hessische Gesundheitsberichterstattung
  • Bereitstellung kleinräumiger Auswertungen der Daten für die lokale und regionale Gesundheitsberichterstattung
  • Auswertungen für die Planung von Maßnahmen aus den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention.
  • Wissenschaftliche Analysen

Aktuell liegen dem HLfGP zehn Untersuchungsjahrgänge von 1998 bis 2022 mit etwa 1,4 Mio. Untersuchungen vor.